„Es brennt, es brennt, kommt alle aus dem Haus…“ Ich das Lied mal ein wenig umgedichtet. Schnee kann ich hier in Bergen eh kaum erwarten, aber dafür bringt uns der Feueralarm
ab und zu vor die Tür. Letzte Woche Montag geschah es zum ersten Mal für dieses
Semester in Alrek. Weil die Allermeisten brav rausgingen und der Lärm der
Feuermelder und der Klingeln unerträglich laut war, schloss ich mich an. Bei der
Feuerwehr wunderte man sich indes wahrscheinlich, dass man einmal nicht ins
Wohnheim nach Fantoft musste, sondern zu uns nach Alrek. Ein Feuerwehrwagen
fand dann dennoch den Weg – mit ihm zwei oder drei Feuerwehrmänner. Am Ende war
es ein Fehlalarm – wie gestern.
Nun schon etwas erfahrener in dieser Angelegenheit, zog ich mir gleich meine dickere Jacke an und „evakuierte“ mich mit zwei weiteren Mitbewohnern vom Flur. Gleichzeitig stellten wir fest, dass solch einem Feueralarm auch eine durchaus soziale Komponente beiwohnt – frei nach Heidi Kabels „Tratsch im Treppenhaus“. Und immerhin war das Wetter bisher immer gut und der Alarm wurde zu humanen Uhrzeiten am frühen Abend ausgelöst. Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick nach Fantoft. Dort wird der große C+D-Block mit seinen 18 Stockwerken gerne auch mal um halb zwölf abends oder gegen fünf Uhr morgens evakuiert. Mein Highlight ist da ja die Erzählung über einen Studenten, der morgens nur in Unterhose bekleidet in seine Bettdecke gehüllt vor dem „Bunker“ stand und (berechtigterweise) wie ein Rohrspatz schimpfte. Hoffen wir mal, dass es hier nicht soweit kommt.
Nun schon etwas erfahrener in dieser Angelegenheit, zog ich mir gleich meine dickere Jacke an und „evakuierte“ mich mit zwei weiteren Mitbewohnern vom Flur. Gleichzeitig stellten wir fest, dass solch einem Feueralarm auch eine durchaus soziale Komponente beiwohnt – frei nach Heidi Kabels „Tratsch im Treppenhaus“. Und immerhin war das Wetter bisher immer gut und der Alarm wurde zu humanen Uhrzeiten am frühen Abend ausgelöst. Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick nach Fantoft. Dort wird der große C+D-Block mit seinen 18 Stockwerken gerne auch mal um halb zwölf abends oder gegen fünf Uhr morgens evakuiert. Mein Highlight ist da ja die Erzählung über einen Studenten, der morgens nur in Unterhose bekleidet in seine Bettdecke gehüllt vor dem „Bunker“ stand und (berechtigterweise) wie ein Rohrspatz schimpfte. Hoffen wir mal, dass es hier nicht soweit kommt.
Irgendwie fing der Tag gestern aber aber auch schon nicht gut
an, als mich der Wecker um acht Uhr weckte und ich mich für einen Moment lang
fragte, warum der Wecker an einem Sonntag so früh klingelt. Dann kam die
Erkenntnis: Ist ja schon Dienstag! Und somit Zeit für jene Vorlesung über
skandinavische Politik und das hiesige Regierungssystem, die ich stets nicht
nur mit neuem Wissen verlasse, sondern auch mit einem steifen Nacken. So
verfügt der kleine Hörsaal weder über Fenster und somit frische Luft, noch lässt es sich dort angenehm
sitzen. Im Anschluss fühle ich mich immer wie ein Maulwurf, der mal ans
Tageslicht kuckt.
Dazu kommt, dass die Küche bereits am Morgen wieder verheerend aussah. Zuerst stapfte ich in Eierschale, die den Mülleimer um einen Meter verfehlt hatte und knirschend unter meinen Füßen nachgab. Dann begrüßte mich der Abfluss in der Spüle mit einer Auslese an Mais und Paprika - nennen wir es "biologisch abbaubaren Stöpsel". Das ist einfach eine Sache die ich nicht verstehe: Wie bringen es manche Leute hier so schnell fertig, eine wirklich, für hiesige Verhältnisse, blitzblanke Küche in ein Schlachtfeld zu verwandeln? Das sind so Momente, wo ich am liebsten tobend, wie der kleine Gernot Hassknecht aus der heuteshow (ihr kennt ihn, ne?!), über den Flur laufen möchte, bis mich das Testbild unterbricht. Stattdessen schüttele ich meistens nur den Kopf… Und falls irgendwelche Nachfragen kommen: Ja, ich habe ein hartes Leben hier! Manchmal ;-)
Dazu kommt, dass die Küche bereits am Morgen wieder verheerend aussah. Zuerst stapfte ich in Eierschale, die den Mülleimer um einen Meter verfehlt hatte und knirschend unter meinen Füßen nachgab. Dann begrüßte mich der Abfluss in der Spüle mit einer Auslese an Mais und Paprika - nennen wir es "biologisch abbaubaren Stöpsel". Das ist einfach eine Sache die ich nicht verstehe: Wie bringen es manche Leute hier so schnell fertig, eine wirklich, für hiesige Verhältnisse, blitzblanke Küche in ein Schlachtfeld zu verwandeln? Das sind so Momente, wo ich am liebsten tobend, wie der kleine Gernot Hassknecht aus der heuteshow (ihr kennt ihn, ne?!), über den Flur laufen möchte, bis mich das Testbild unterbricht. Stattdessen schüttele ich meistens nur den Kopf… Und falls irgendwelche Nachfragen kommen: Ja, ich habe ein hartes Leben hier! Manchmal ;-)
Immerhin ließen sich der Unikram und die Essays bei dem Dauerregen der letzten Tage leichter erledigen. Zudem musste ich mich einer Angelegenheit zuwenden, die bereits in Bremen nicht nur mir Sorgen bereitete: Der Friseurbesuch! Da gehe ich ja lieber zur Routinekontrolle beim Zahnarzt – aber es nützt ja nix. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass nicht die Verständigung auf den Schnitt die Herausforderung werden sollte, sondern der Preis. Im ersten Laden ging es los mit 435 Kronen – Studentenpreis. Das sind umgerechnet 53 Euro. Ich fragte zur Sicherheit nochmal nach – Zahlen sind nicht mein Fachgebiet und ich hoffte, mich verhört zu haben. Es war aber schon deren Ernst und in den anderen Frisörläden im Zentrum steigerte sich der Preis noch hoch auf 60 Euro. Gäbe es solch unverschämt billige Flüge von Ryanair oder Easyjet von Bergen nach Hamburg – ich sage Euch, es hätte sich gelohnt!! Zuhause sind ja schon 20 Euro viel Geld für einen Haarschnitt… Aber selbst in Kopenhagen kommt man wohl wesentlich billiger weg als hier. Am Ende hab ich bummelig 29 Euro beim Iraker bezahlt, dem ich mehrmals eingeschärft hatte, dass es nicht zu kurz werden dürfe. Es hat geklappt – mission accomplished!
| Blick aus der Küche auf den Ulriken samt Regenbogen |
Nun obliegt mir, und dessen sind sich wohl die Wenigsten hier bewusst, ein Kulturauftrag. Da habe ich mir gedacht, bevor wir tief in die Materie "Norwegen - Wohnheim, Menschen, Supermärkte" eintauchen, fangen wir erst einmal am Anfang an. Beim Namen von meinem Blog. Skibsnissen ist kein Fantasiewort, sondern bedeutet "Der Klabautermann". Spätestens seit Guido Wersterwelle wissen wir alle: "Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibts einen, der die Sache regelt." Und das ist der Klabautermann. Dieses Bild passt nicht nur gut zu meinem Abenteuer in Norwegen, es beschreibt auch ein Stück norwegische Kultur.
Ein Nisse ist in der dänischen, faröischen und norwegischen Tradition von großer Bedeutung und wohnt in seiner ursprünglichen Form in Häusern und Ställen. Diese Art Kobold beschützt das Grundstück und kümmert sich um die Tiere. Wird er allerdings schlecht behandelt, spielt er der Familie Streiche oder verlässt den Hof. Besonders bekannt in Dänemark ist vor allem der Julenisse, der dem Weihnachtsmann bei den Geschenken hilft und als Gegenleistung Milchreis von den Menschen in der Adventszeit erwartet. Der Sætternissen schmuggelt dagegen Druckfehler in Bücher und Zeitungen, während der Kirkenisse in einer Kirche wohnt und dafür sorgt, dass diese sauber und schön bleibt. Spørsmål [spöschmol] - Fragen?! Nein? Dann weiter im Text!
Ein Nisse ist in der dänischen, faröischen und norwegischen Tradition von großer Bedeutung und wohnt in seiner ursprünglichen Form in Häusern und Ställen. Diese Art Kobold beschützt das Grundstück und kümmert sich um die Tiere. Wird er allerdings schlecht behandelt, spielt er der Familie Streiche oder verlässt den Hof. Besonders bekannt in Dänemark ist vor allem der Julenisse, der dem Weihnachtsmann bei den Geschenken hilft und als Gegenleistung Milchreis von den Menschen in der Adventszeit erwartet. Der Sætternissen schmuggelt dagegen Druckfehler in Bücher und Zeitungen, während der Kirkenisse in einer Kirche wohnt und dafür sorgt, dass diese sauber und schön bleibt. Spørsmål [spöschmol] - Fragen?! Nein? Dann weiter im Text!
Fernab jeglicher Tradition ist wohl der Versuch einiger norwegischer Bürgermeister gewesen, junge Menschen mehr für (Kommunal-) Politik zu interessieren. Zwar wird den Skandinaviern oft innovatives Denken nachgesagt, irgendwie kommen bei mir aber Zweifel auf, ob man junge Menschen mit diesem Werbevideo erfolgreich für Politik begeistern kann...
2 Kommentare:
Bei der Betrachtung des Videos fiel mir sofort mein T-Shirt ein, welches ich aus Schweden habe.
Darauf sind 6 Flaggen, 5 mal die schwedische und ein mal die norwegische.
Darüber steht auf norwegisch: "finn fem feil", (finde fünf Fehler)...
Bei dem obigen Kommentar fällt mir eine weitere Stichelei ein. Was ist das größte Ärgernis zwischen Norwegen und Finnland? Schweden
V.G aus EDDH
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