Kaum ist man da, muss man auch wieder weg. Diesen Eindruck
bekam ich zumindest diese Woche, als nicht nur meine Mitbewohnerin Ida
feststellte, dass ich bald schon wieder weg bin. Die Zeit vergeht wahnsinnig
schnell und nach weiteren 67 Tagen wird dieses Wikingerabenteuer schon wieder
vorbei sein. Bis dahin stehen allerdings noch ein paar Highlights im Programm,
sodass mir auch in den nächsten zwei Monaten sicherlich nicht langweilig wird.
Nachdem ich im letzten Beitrag schon etwas Regenstimmung
verbreitet habe, gab es diese Woche noch einen kleinen Lichtblick. Von Sonntag
bis Dienstag schien die Sonne und so bestieg ich meinen fünften Berg, das
Lyderhorn. Lange (sehr lange) wähnte ich mich in Sicherheit und freute mich
über diesen äußerst schönen Herbstspaziergang. Anfangs war die Straße
asphaltiert, später wurde es eher ein Trampelpfad, doch anders als sonst,
teilte sich die Gruppe, sodass ich nicht allein das Schlusslicht bildete. Kurz
vor der Spitze begrüßte mich schließlich doch wieder ein alter Bekannter: der
nackte Fels! Wie ich es hasse, wenn eine Wanderung wieder zur Klettertour wird!
Der Blick war dennoch großartig und die Sicht ausgezeichnet. Unten macht mich
das schon manchmal unruhig, dass man nirgendwo richtig in die Ferne kucken
kann, weil man immer einen Berg vor der Nase hat. Oben sieht man erst, wie
gewaltig das Hinterland wirklich ist und wie sich die Berge hier aneinander
reihen.
Nach der Tour muss ich ziemlich erschöpft ausgesehen haben,
denn Espen aus Dänemark lud mich zum Essen in der Küche seines Kumpels ein. Damit
hatte sich die Essensproblematik wieder gelöst und die Spaghetti schmeckten
großartig nach dieser Wanderung. Und diese Küche…es gab dort Gardinen, eine
Tischdecke, einen sauberen Fußboden, ein Radio und 2 (in Worten: zwei!!!)
Wasserkocher. Welch Luxus. Meine Küche sah indes wieder aus wie Dresden ’45,
als ich überraschend meine Vaskeuke beginnen musste und mit meinen gelben
Putzhandschuhen für Ordnung sorgte und Küche und Bad für bummelig 1,5 Stunden
um die Mittagszeit „sperrte“. Statt grüner Seife kam dieses Mal Ajax ins
Feudelwasser. „Tornado“ stand drauf – das war gerade angemessen, um dem Ausmaß
der Verwüstung gerecht zu werden. Ein paar Kücheneindrücke werden übrigens
demnächst folgen – in einem separaten Beitrag, der sich ganz dem „Grand Alrek“
widmet.
Nun noch ein paar Bilder von einem Spaziergang um den
Stausee, der direkt hinter dem Wohnheim liegt. Für die letzten Bilder bin ich
noch durch zwei kleine Bäche und das Unterholz gestiefelt, um einen freien
Blick auf die Hänge zu bekommen. Durch den vielen Regen zuvor, konnte man
überall kleine Wasserfälle sehen und die Sonne ließ kleine Wassertropfen im
Moos und auf den Steinen glitzern.
Gestern fand schließlich noch die zweite Student Fjordtour
statt. Das Wetter war allerdings nicht mehr so bombig. Schon auf dem Hinweg zum
Hafen sprengte mein Bus eine große Wasserfontäne auf den Gehweg. Zum Glück
(oder leider?) lief dort niemand. Rechtzeitiges Erscheinen und Karstens
Erfahrungen als ehemaliges Schulbuskind sicherten uns gute Fensterplätze an Bord
des Katamarans – zum Fotografieren und draußen stehen war das Wetter eh kaum
geeignet. Kurz nach unserer Ankunft in Rosendal setzte dann noch der Regen
wieder ein und der Wind schob dicke Wolken landeinwärts. Ein bisschen was ist
dennoch dabei herumgekommen:
Die gute Nachricht noch zum Schluss: Ich habe das
SAS-Buchungssystem intensivst bemüht und gehe auf Expedition!!! Nennen wir sie mal
„In Search of Aurora“. Dafür breche ich Mitte Dezember zu einer kleinen
Rundreise gen Norden auf. Zuerst fliegen
wir nach Tromsø, in der Hoffnung, dort nicht nur Schnee, sondern
auch das Nordlicht zu sehen. Anschließend gehts noch nach Trondheim. Und was
soll ich sagen? Ich freu mich wie ein Schnitzel, dass das wirklich etwas wird! Wenige
Tage später fliege ich dann am 17. Dezember zurück nach Hamburg. Bis dahin muss ich aber auch ein wenig studieren, erwartet also
bitte nicht jede Woche einen neuen Beitrag in meinem Blog. ;-)
Ha det bra!
PS: Auch in meiner Küche hat der Herbst Einzug gehalten:













1 Kommentar:
Moin Sören,
auch der Herbst hat noch schöne Tage! Das kann ich Dir nur immer wieder sagen! Die Bilder sind trotz allem noch sehr eindrucksvoll - besonders natürlich die Bergbilder bei Sonnenschein. Dresden '45 haben wir alle mal mehr oder weniger mitgemacht. Daß Du diese WG erwischt hast, ist sicherlich auch für irgendetwas gut. Um so mehr freue ich mich, dass Du so nette Kollegen hast, die sogar ein Mittagessen für Dich übrig haben ( da warst Du wohl sehr fertig)! (Schöne Grüße an Espen!) Also bis demnächst und fröhliches Studieren für Dich und Deine Mitbewohner! An dieser Stelle auch schöne Grüße an Stefan in Bremen von Pippi!
In diesem Sinne: Hol di fuchtig, lodt di nich argern und kick mol wedder in!
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