Freitag, 5. Dezember 2014

It’s beginning to look a lot like Christmas!

Es ging wahnsinnig schnell, doch nun überraschte mich letzte Woche der erste Advent und mein Abenteuer in Norwegen neigt sich langsam dem Ende zu. Dementsprechend gab es schon die ersten Abschiede, weil einige mit ihren Klausuren durch sind. Für andere hat die Klausurenzeit derweil erst begonnen. Damit niemand verhungert, gab es die letzten zwei Wochen das Mittagessen im Student Center 50% günstiger. Da sagt man nicht nein – auch wenn es natürlich kein Vergleich zu meiner heimischen „Mensa des Jahres 2007“ ist. Mein Take-Home-Exam ging mir dennoch nicht leichter von der Hand, schon weil die Fragestellung so furchtbar langweilig war. So widmete ich mich eine Woche lang den Regierungssystem der nordischen Länder (Anm. d. Red.: Wir erinnern uns: Nordics= DK, SE, NO, FI und IS; Skandinavien= DK, NO, SE). Achso: Schummeln sollte man lieber nicht. Einer Uni, die derart aufwändige Videos produziert, ist grundsätzlich ja alles zuzutrauen. Gestern bin ich dann nach dem Schreibtischarrest der letzten Tage, noch schnell ins Zentrum für ein paar Nachtaufnahmen gefahren. Nee, wat is dat schön hier, wa?!

Christmas time in Bergen

Christmas time in Bergen

Christmas time in Bergen

Christmas time in Bergen

Andererseits gab es zeitgleich viele schöne Ablenkungsmanöver – etwa die Dänen. Mein Mitbewohner Esben und seine Freunde verließen Alrek nämlich schon letzten Samstag. Zum Abschied gab es unter Esbens Anleitung nochmal das traditionelle Weihnachtsessen der Westküste – Pinnekjøtt. Sein Geheimrezept: Viel hilft viel. So gab es ordentlich Lammkeulen (der Topf kochte den ganzen Nachmittag bei uns und verpestete die Küche somit mit einem wohlig-warm muffigen Stallgeruch – während wir dann duftneutral in einer schöneren Küche aßen), Kartoffeln, Julepølser, zwei Sorten von Sauerkraut und Kålrabi-Püree. Dazu gabs Weihnachtsmusik, alle grunzten fröhlich „oy“ (das machten meine Dänen irgendwie immer beim Essen) und weil sie alle drei Medizin studieren, gabs nebenbei die neusten Stories aus dem OP gleich dazu. Natürlich konnten wir das nicht alles aufessen, da half auch Esbens gewöhnlich großer Appetit nicht („You know, sometimes I really like to binge-eat…“). Also schleppte ich noch schön einen vollgeladenen Teller für den nächsten Tag in meine Küche. 


Schade, dass er nun schon weg ist, da er täglich gute Laune in der Küche verbreitete und die absurden Gesundheits-Diskussionen mit Ida nicht scheute. Sie kommt nämlich wöchentlich mit etwas Neuem an, das „very healthy“ oder „ sooo dangerous to eat“ sein soll. Und wenn man nicht wusste, ob die Lebensmittel im Kühlschrank noch essbar waren, war seine Empfehlung immer, dass man alles essen könne, wenn man es lange genug erhitzen würde. Als angehender Mediziner ist er da sehr schmerzbefreit. Das wiederum kam uns bei der Cleaning Party zugute, als wir drei zum großen Putzen für die SIB Cleaning Inspection eingeladen hatten. Natürlich hatte außer uns niemand Zeit. Is klar, ne?! Weil wir aber nicht alles putzen wollten (und die anderen Kanaillen nix gemacht haben) gabs gleich einen Anschiss von der Verwaltung, dass wir den „freezer“ vom Eis befreien sollen. Ich dachte erst, die meinen die große Tiefkühltruhe, aber dann entdeckte ich etwas, das dem Wort „Eisfach“ eine ganz neue Bedeutung bescherte.


Am Tag nach dem Weihnachtsessen, fand das nächste Highlight in Bergen statt. Das Lysfest, also Lichtfest. Auf einer Bühne am Festplassen spielte eine Kapelle Weihnachtslieder, eine schräge Band in roten Kostümen gab ihre selbst geschrieben Popsongs zum Besten und der Platz war so voll, wie ich ihn wohl noch nie gesehen habe. Rund um den Teich standen Menschen mit Fackeln, der Weihnachtsbaum wurde offiziell eingeschaltet und es endete mit einem wirklich beeindruckenden Feuerwerk. Anschließend gabs noch einen Küchenabend zum Abschied von Babsi, bei dem einige schon ihre Textsicherheit bei Weihnachtsliedern unter Beweis stellten. Wie sagte meine Musiklehrerin immer? Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. ;-) Das war übrigens einer der wenigen Anlässe, bei denen ich mal die Kamera nicht dabei hatte. Deswegen borge ich mal ein paar Fotos von Brenda und Jill:






Aber auch so bin ich schon ganz in Weihnachtsstimmung. Mein Ikea-Stern wird jeden Abend angeknipst, die Stadt ist schön geschmückt und man darf sich wieder ohne schlechtes Gewissen mit Süßigkeiten versorgen – ist ja schließlich Adventszeit. Deswegen habe ich mit Ida am ersten Advent schwedische „Semla“ gebacken. Das isst mein eigentlich nur einmal im Jahr zum Ende der Fastenzeit, aber was solls?! Leggär! 




Ein bisschen geschneit hat es am Sonntagmorgen auch, aber das meiste wurde leider durch den Regen schon am Vormittag aufgeweicht. Schade, da könnte ich mich gut dran gewöhnen...



Am Dienstag geht es nun endlich gen Norden. Noch ist das Wetter nicht nach meinem Geschmack. Die letzten Tage herrschten fünf Grad und Nieselregen. Womma hoffen, dass das noch kälter wird, es wie blöd schneit und dann der Himmel fürs Nordlicht aufklart. Fromme Wünsche, ich weiß…

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen zweiten Advent, oder …äh… was würde mein Freund Tebartz-van-Elst sagen? Richtig, Halleluja!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Sören!

Na, gehts dir gut?

Dem Blog-Eintrag zufolge scheinst du das Take-Home-Exam weitgehend unbeschadet überstanden zu haben, Glückwunsch dazu! Steht in Bezug auf weitere Prüfungsmodalitäten (damit du dich langsam wieder an den Uni-Bremen-Jargon gewöhnst) jetzt noch was an? Und hast du an genug CPs für uns alle gedacht?

Hier gibts soweit nichts wirklich Neues - außer dem Mega-Event des Jahres (na gut, auf jeden Fall der nächsten Woche): Sean feiert kommenden Mittwoch seinen Geburtstag, wir gehen auf den Weihnachtsmarkt (soweit der Plan). Und ich habe vor paar Tagen im Rahmen eines Seminars insgesamt 10 Stunden lang Telefonumfragen durchführen dürfen - war nicht uninteressant.

Also, das von meiner Seite.. Ich wünsche dir viel Spaß bei deinem/eurem Kurztrip und noch schöne letzte Tage in Norwegen, bis du dann wie unser Mensapersonal verkünden darfst: "Wir schließen!" und die Reise wieder Richtung Norddeutschland geht! (Wie schnell die Zeit vergangen ist - es hätte auch vor nem Monat gewesen sein können, als wir uns vor der SuUB verabschiedet haben, aber nein, 4 Monate sind schon rum! Kann man gar nicht glauben..)

Viele Grüße und bis bald!
Stefan

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